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Informationen über die Tierhilfe Fuerteventura e.V.

Unsere Vereinsgründung erfolgte im Jahr 1997. Wir sind ein bundes- und europaweit tätiger Tierschutzverein, dessen Vereinssitz sich in Dorsten befindet und dessen Hilfe den Not leidenden Tieren auf Fuerteventura zugute kommt. Die Tierhilfe Fuerteventura e.V. ist anerkannt als gemeinnützig und besonders förderungswürdig.

Unser ehrenamtlicher Einsatz in Deutschland dient in erster Linie als „Hilfe zur Selbsthilfe“, um unseren spanischen Partnerverein OKAPI, der die Tiere auf Fuerteventura versorgt und betreut, finanziell und ideell zu unterstützen. Denn das inzwischen monatliche Budget von ca. 17.000 EUR (Tendenz stetig steigend) kann nicht auf der Insel erbracht werden – einer  Insel, die zwar überwiegend vom Tourismus lebt, auf der viele Einheimische aber nur „gerade so eben“ über die Runden kommen und es sehr viel Armut gibt. Für die eigenen Tiere ist kein Geld da, wie soll dann eine Spende möglich sein?

Mit dem monatlichen Budget werden die Kosten für Futter, Betreuung und Versorgung der Tiere, Medikamente und Tierarzt abgedeckt. Außerdem wird das Budget für Kastrationen und Kastrationsaktionen, die Instandhaltung der Einrichtungen und die Unterstützung von Einheimischen, die sich das Futter für ihre Tiere oder eine dringend notwendige Tierarztbehandlung nicht leisten können, verwendet - und natürlich auch für die Aufklärungsarbeit vor Ort.

Unser oberstes und wichtigstes Ziel war und ist es, die Nachwuchsflut von Hunden und Katzen durch Kastrationsaktionen einzudämmen. Die Planung und Finanzierung dieser Aktionen übernehmen wir von Deutschland aus. Hierzu mobilisieren wir u.a. immer wieder deutsche Tierärzte und Tierarzthelfer, die unentgeltlich vor Ort für uns im Einsatz sind, um uns bei dieser grundlegend wichtigen Arbeit zu unterstützen.

Die Aufklärungsarbeit vor Ort sehen wir als eine unserer wichtigsten Aufgaben überhaupt an. Denn es gilt, „das Übel an der Wurzel zu packen“ und die Problematik nicht auf andere Länder zu verlagern. Natürlich findet das Umdenken der Einheimischen nicht von heute auf morgen statt. Doch zumindest konnten wir schon erreichen, dass man die Tiere lieber in unsere Obhut gibt, anstatt sie ausgesetzt ihrem Schicksal zu überlassen oder gar eigenhändig zu töten.

Den größten Teil unserer Hunde haben wir krank, verletzt oder völlig unterernährt aufgenommen. Gerade alte Hunde werden häufig bei uns „entsorgt“, aber auch viele unerwünschte Welpen und in letzter Zeit sogar immer häufiger Mütter mit ihren Welpen.  Die traurigen „Spitzenreiter“ sind allerdings Jagdhunde: Podencos und Pointer. Diese werden, wenn sie nicht schussfest oder jagdtauglich sind, entweder direkt im Jagdgebiet zurückgelassen, in den offiziellen Tötungsstationen der Insel abgegeben oder an der Tür unseres Tierheims angebunden.

Zu den Tötungsstationen sei gesagt, dass jede Gemeinde auf Fuerteventura eine derartige Einrichtung führen muss. Zwei davon (in Puerto del Rosario und in La Oliva) haben wir übernommen und zu einem Tierheim umgebaut. Leider werden die Hunde in den anderen Gemeinde-Perreras nach einer 21-tägigen „Wartezeit“ getötet. Ob die Tiere krank oder verletzt sind, ob mehrere unverträgliche Tiere zusammen in einen winzigen Zwinger gesperrt werden, ob es sich um gerade geborene Welpen oder trächtige Tiere handelt, interessiert niemanden von den Gemeinde-Arbeitern.

21 Tage können eine lange Zeit des Leidens sein. Gerade dort greift unser Partnerverein, wenn möglich, ein und rettet diese Tiere. Die Präsenz des Tierschutzvereins OKAPI auf Fuerteventura ist immens wichtig für die Tiere - und nicht nur für jene, die sich bereits in unserer Obhut befinden! Wenn es z.B. früher so war, dass die Tiere in den Tötungsstationen vergast oder brutal erschlagen wurden, so werden sie heutzutage eingeschläfert. Zumindest müssen diese Tiere am Ende ihres Lebens nicht mehr leiden.

Als wir 1997 die Perrera in Puerto del Rosario übernahmen, war dies ein kleines gemauertes Gebäude mit 4 Parzellen und jeweils einer Stahltür mit einem Gittereinsatz von ca. 15 cm Maß, durch den etwas Licht und Luft in das ansonsten düstere „Verlies“ kam. Als die Helfer aufschlossen, kamen ihnen Unmengen von Fliegen entgegen. Die Hunde vegetierten ohne Wasser und Futter auf einem fast kniehohen Kot- und Urinteppich vor sich hin.

Gemeinsam haben wir in den letzten Jahren so viel erreicht und so viele Tiere gerettet, ihre Lebensumstände verbessert, ihnen ihr Leid genommen und Hoffnung gegeben. Es ist nicht leicht, sich für Tiere einzusetzen, die rund 3.000 Kilometer von uns entfernt leben – oder leider oftmals unter unwürdigen Bedingungen vor sich hin vegetieren.

Doch es gibt unzählige Dinge, die wir in der Vergangenheit trotz der großen Entfernung von Deutschland aus für die Tiere auf Fuerteventura tun konnten. Wir wollen dies auch weiterhin tun und die Tiere nicht einfach ihrem Schicksal überlassen.
 

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